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Forum > Technik > Infos / Tipps > Vergasergeheimnisse
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Trabiteamer  Vergasergeheimnisse Zitat
18.1.2007 - 18:34 Uhr
1226 Posts
Foren-Chefe

Wie funktioniert denn das?





Wohl jeder von uns hat schon das Brennen einer Flüssigkeit - zum Beispiel Benzin oder Spiritus - beobachten können. Die Verbrennung läuft relativ gemächlich ab. Es ist nicht so recht vorstellbar, dass die gleiche Flüssigkeit im Kraftfahrzeugmotor innerhalb von Sekundenbruchteilen vollständig verbrennt und dabei die Energie freisetzt, die letztlich unser Fahrzeug antreibt. Früher sprach man sogar von einer Explosion, weil dieser Vorgang nur in Tausendstel Sekunden messbar ist. Die Intensität, die Stärke der Verbrennung, hängt von der Sauerstoffzufuhr ab. Ein Ofen mit geschlossenen Türen „zieht" auch nicht. Mit Luftzufuhr - die den benötigten Sauerstoff enthält - regeln wir die Intensität der Verbrennung im Ofen. Den gleichen Effekt kann man beim Rauchen einer Zigarette beobachten. „Zieht" der Raucher an der „Abgasseite", so saugt er die Verbrennungsrückstände ab, die Platz für den nachströmenden Sauerstoff machen, der die Verbrennung intensiviert. Die Zigarette glüht auf.

Aus solchen Gründen ist übrigens auch ein leerer Benzinbehälter gefährlicher als ein gefüllter. Das restliche Benzin ist verdunstet, hat sich vollständig mit der Luft vermischt und verbrennt beim Zusammentreffen mit einer Zündquelle explosionsartig. Das Gesetz trug dem Rechnung und fordert, dass hinsichtlich der zulässigen Menge an brennbarer Flüssigkeit volle und leere Behälter gleichwertig berücksichtigt werden (ABAO 850/1)


Viel Luft vonnöten


Aber zurück zum Kraftfahrzeug! Im Vergaser, auf dem Weg zum Zylinder und im Zylinder selbst wird mit allerlei „Tricks" versucht, den Kraftstoff so fein wie möglich zu zerstäuben und genau mit der zur Verbrennung benötigten Luftmenge gleichmäßig und intensiv zu vermischen. Im Idealfall ist jedes Benzinstäubchen von der zur Verbrennung erforderlichen Luftmenge umhüllt. Für die Verbrennung von 1 g Benzin sind etwa 10 I Luft erforderlich. Dem einzelnen Zylinder eines mehrzylindrigen Pkw-Motors mit einem Hubraum von angenommen 300 cm3 muss demnach pro Arbeitshub etwa 0,03 g Benzin zugeführt werden. Diese drei Hundertstel Gramm Benzin zerstäuben im Vergaser und vermischen sich mit der angesaugten Luft. Ein Vergaser muss äußerst exakt arbeiten: Egal ob die Luftgeschwindigkeit im Ansaugkanal sehr hoch (schnell laufender Motor) oder sehr niedrig (Leerlauf), ob es kalt oder warm, feucht oder trocken ist, ob sich das Fahrzeug in Meereshöhe oder in 3000 m Höhe bewegt - immer fordern wir ein optimales Benzin-Luft-Gemisch! Schließlich regeln wir über das im Vergaser hergestellte Gemisch auch noch die Leistung des Motors und passen diese unseren Wünschen an. Dosiert wird dazu mit dem Gaspedal.

Die zunächst so einfach erscheinende Aufgabe, Benzin für eine Verbrennung zu präparieren, stellt sich also als eine äußerst komplizierte Angelegenheit heraus. Wie bewerkstelligt der Vergaser diese Aufgabe?





Der Weg von Luft und Benzin


Aus der Skizze lassen sich die grundsätzlichen Zusammenhänge erkennen. Das Benzin fließt - durch die Benzinpumpe oder ein Gefälle dazu gezwungen - vom Tank in das Schwimmergehäuse (heute immer in das Gussgehäuse des Vergasers einbezogen). Im Schwimmergehäuse ist ein Hohlkörper (der Schwimmer) aus dünnem Messingblech so angebracht, dass er, im Benzin wie ein Korken schwimmend, seine Höhe je nach dem Benzinstand verändern kann. Nach dem Erreichen der Sollhöhe schließt das Schwimmerventil die Benzinzufuhr. Fällt der Benzinstand, so sinkt der Schwimmer und öffnet das Schwimmerventil für den Benzinnachschub. Auf diese Weise gelingt es, den Benzinstand im Schwimmergehäuse und damit in der Düse unabhängig vom Verbrauch oder anderen Einflüssen konstant zu halten. Die vom Motor angesaugte Luft strömt mit hoher Geschwindigkeit an der Düse vorbei. Wie beim Versprühen von Haarfestiger oder „Mückentod" (natürlich nicht mit der Spraydose, sondern mit einem Gummiballsprüher) reißt der Luftstrom Benzin aus der Düse mit und vermischt sich mit ihm.


Hilfseinrichtungen


Die Luftmenge und letztlich das dem Motor zugeführte Benzin-Luft-Gemisch regelt die Drosselklappe, indem sie den freien Ansaugquerschnitt verändert. Betätigt wird sie über das Gaspedal.

Prinzipiell Funktionierendes eignet sich aber noch nicht unbedingt für alle speziellen Einsatzbedingungen. Es gibt deshalb diverse Einrichtungen, die eine optimale Mischung beim Start, beim Leerlauf, beim Beschleunigen und bei so genannter Teillast bis hin zur Volllast (höchste Leistungsabgabe des Motors) garantieren sollen.

Der Vergaser ist ein sehr empfindliches Bauteil des Fahrzeuges. Wenn wir an die 0,03 g Benzin denken, die es zu dosieren gilt, ist die Forderung der Vergaserhersteller, jede Bastelei am Vergaser zu unterlassen, eigentlich begreiflich.

Die bloße Säuberung eines Vergasers dagegen ist erlernbar und ohne Nachteile auszuführen, wenn nur stets sorgfältig gearbeitet wird. Das „Herumstochern" mit Draht o. ä. Dingen ist ebenso zu unterlassen wie das Verstellen der Gemischeinstellschraube oder das Verbiegen von Teilen im Schwimmergehäuse. Beim Zusammenbau muss jedes Teil wieder seinen angestammten Platz erhalten. Manchmal sind Düsen ja ohne weiteres vertauschbar. Alle Dichtflächen sollen dann auch wieder wirklich dichten.

Einstellarbeiten am Vergaser (bis auf das Nachstellen der Anschlagschraube der Drosselklappe) sollten ausschließlich dem Fachmann überlassen bleiben. Denn selbst wenn der Motor nach einer Vergasereinstellung durch den Laien erfreulicherweise in allen Bereichen gut laufen sollte und sich auch der Benzinverbrauch in normalen Grenzen bewegt, ist doch nicht garantiert, dass die gesetzlich fixierten Abgasvorschriften eingehalten werden.


Aus DDS 1/1979


greetinx

Trabiteamer

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